26. Februar 1990 | Süddeutsche Zeitung | Filmkritiken, Rezension | Why me?

Auf Teufel komm raus

WHY ME? - Eine flaue Diebeskomödie

Der Film schenkt uns ein Lächeln. Mehr nicht. Das Lächeln von Christopher Lambert, das von der ewigen Jugend des Helden zeugt und von dem Preis, den er dafür zahlen muß. Lambert ist ein Coverboy wie Richard Gere oder Christopher Reeve, die auch schon früh versuchten, gegen ihr Image anzuspielen, in Filmen, die aber genau darauf bauten. Ob als Greystoke, Sizilianer oder Highlander – Lambert vermittelte immer auch, wie seine Figuren unter ihrer Überlebensgröße litten. Aber dadurch wurden sie nicht menschlicher, im Gegenteil. Die beinahe mythische Qualität seiner Rollen wurde durch die Selbstzweifel noch befördert. Nichts konnte ihn aus seiner Schönheit erlösen. Das Lächeln ist seinem Image auf ewig eingeschrieben.

Auf dieses Lächeln baut der Film. Aber er hat ihm nichts entgegenzusetzen. In WHY ME? wirken keine Kräfte, die sich dem reibungslosen Ablauf der Geschichte widersetzen würden. Die Diebeskomödie um ein Gaunertrio (Lambert, Christopher Lloyd und Kim Greist), das unverhofft an einen vielbegehrten Rubin gerät, hat Geschwindigkeit, aber keinen Rhythmus, hat Lacher, aber keinen Witz. Der Regisseur Gene Quintano war Drehbuchautor der dritten und vierten Folge von POLICE ACADEMY, und diese Routine merkt man seinem Skript an. Auf dem Papier funktionierte vermutlich vieles, was in der Inszenierung jedoch keinen Zusammenhang mehr ergibt.

Ein Haufen Leute sind hinter dem teuren Edelstein her, die New Yorker Unterwelt, die Geheimdienste, die Polizei und Terroristen, die dauernd damit drohen, ihre eigenen Leute in die Luft zu sprengen. Die Jagd ist amüsant organisiert, doch ihre absurden Qualitäten lösen sich zunehmend von der Geschichte ab. Die Bilder sind zwar randvoll mit Gags, aber sie bleiben eben auch immer am Rande des Geschehens. Laufend sieht man im Hintergrund vertrottelte Polizisten ihrer Arbeit nachgehen, bis dieser Beiläufigkeit all ihr Charme ausgetrieben ist. Quintano wollte auf Teufel komm raus eine Komödie inszenieren und hat dabei versäumt, den Situationen einfach mal freien Lauf zu lassen. So bleibt außer einem Lächeln am Schluß nichts übrig von dem Film.

(In München im Karlstor)

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