06. Januar 1989 | Die Zeit | Filmkritiken, Rezension | Die Mafiosi-Braut

DIE MAFIOSI-BRAUT von Jonathan Demme

Ein fliederfarbener Film, zusammengesetzt aus den cremigen Tönen, mit denen Waschmittel werben, und der ganzen Palette orientalischer Gärten. Vom Rot der Gladiolen und dem Gelb der Kürbisse handelt der Film, und davon, wie eine Frau im orangenen Kleid vor leuchtend blauem Himmel aussieht. Die Farben in diesem Film dienen nicht der Stilisierung, sondern sind das, was sie früher mal waren: Luxus, Dreingabe, ein strahlendes Lächeln auf der Haut der Bilder. Von Michelle Pfeiffer handelt der Film, dieser porzellanfarbenen blonden Queen, die eine brünett gelockte Mafia-Prinzessin spielt und dauernd davon träumt, ihrem Leben einen neuen Schnitt zu verpassen. Am Anfang lebt sie unglücklich inmitten der „Familie“, mang aufgedonnerter Luxusweibchen. Dann wird ihr Mann bei einem Seitensprung umgelegt, und sie flieht in ihr früheres Leben zurück. Als sie schließlich einem jungen Mann in die Arme stolpert, glaubt sie, endlich könne alles so sein, wie es sein muß, wenn man verliebt ist. Keine Goldkettchen, kein Blut, kein Ehre nkodex. Leider ist der junge Mann (Matthew Modine) FBI Agent und der Mafia Don (Dean Stockwell) ein Lüstling, der so leicht nicht aufgibt. DIE MAFIOSI-BRAUT hüpft fröhlich von New York nach Miami, aber der Film erzählt gutgelaunt von dem ganzen Plunder dazwischen: im Tanzschritt durch ein knallvolles Museum der amerikanischen Moderne. So geradlinig Jonathan Demmes Filme anfangen, so leicht lassen sie sich aus der Bahn bringen. Durch ein paar Farben, ein paar Schritte Mambo, durch einen Kuß. Alles ist möglich, nichts ist wahrscheinlich. Aber wahrscheinlich kommt man glücklicher aus dem Kino.

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