28. Oktober 1988 | Die Zeit | Filmkritiken, Rezension | Der Blob

DER BLOB von Chuck Russell

Der Verdauungsschlaf der Schreiberzunft gebiert Ungeheuer. Nach einer Schweinshaxn könnte das nicht passieren. Ein Blob kann nur im Sumpf des Synthetischen gedeihen, im Glauben an die künstliche Herstellung organischer Materie. Der wuchernde Schleim ist die Ausgeburt von keimfreien Obsessionen und Schmelzkäse. Daß der Blob also eine amerikanische Erfindung sein muß, nimmt Chuck Russell ganz wörtlich. Aus den außerirdischen Wesen des Originals von 1958 macht er den abgestürzten Satelliten eines Experiments zur biologischen Kriegsführung, aus dem Krieg der Welten wird ein Vertuschungskampf der Armee gegen die Bürger des eigenen Landes. DER BLOB hat gute Chancen, ein Klassiker der Americana zu werden. Wo bei David Cronenberg die Beschäftigung mit dem Organischen und Synthetischen ganz nach innen zielt, veräußerlicht Russell diese Zwangsvorstellungen vollkommen. Das ist die logische Konsequenz der amerikanischen Küche: Die Killerburger schlagen zurück.

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