02. Oktober 1987 | Die Zeit | Filmkritiken, Rezension | La Bamba

LA BAMBA von Luis Valdez

Es gab mal eine Werbung, in der sah man den Schatten eines Flugzeuges einen Wolkenkratzer hinaufklettern. Das Flugzeug selbst sah man nicht. LA BAMBA beginnt mit traumblassen Aufnahmen basketballspielender Jungen. Über ihren Schultern sieht man ein Flugzeug. Und noch eines. Plötzlich beschleunigt ein Zusammenprall die Zeitlupe, und das Bild zerplatzt in einem Feuerball. Das Flugzeug sieht man dann nicht mehr in diesem sonnigen Film, aber sein Schatten wird wie in jener Werbung dem jungen Sänger bei seinem Aufstieg auf der Karriereleiter folgen. Und auf der Spitze des Erfolges senkt er sich dann herab. Am 3. Februar 1959 kam der nur 17jährige Richard Valenzuela, der als Ritchie Valens bereits drei Hits landen konnte, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Mit ihm starben Buddy HoHy und J. P „The Big Bopper“ Richardson. LA BAMBA erzählt vom kurzen Leben und schnellen Aufstieg des kalifornischen Obstpflückersohnes, also vom amerikanischen Traum und dem schmerzlichen Erwachen. Für die mexikanischen Einwanderer, die Chicanos, war Ritchie Valens das erste eigene Idol in der neuen Heimat. Die Gefühle des Regisseurs Luis Valdez Fließen so direkt in den Film ein, wie die des Jungen in seine Musik. So gesellt sich der Schatten reibungslos zum Licht „La Bamba“ ist ein rührend gutgläubiger und glaubhaft rührender Film. Die Gitarre hatte Valens überall dabei, der RocknRoll war seine Zukunftsmusik STAND BY ME“, BLUE VELVET, pEGGY SUE GOT MARRIED und LA BAMBA: lauter Songs aus den Fünfzigern, lauter Filme aus den Achtzigern. Für die älter gewordenen Jung-Regisseure Hollywoods ist diese Musik zur Zeitmaschine geworden: Zurück in die Zukunft.

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