29. April 1988 | Die Zeit | Filmkritiken, Rezension | Ein Ticket für zwei

EIN TICKET FÜR ZWEI von John Hughes

Erster Klasse fliegen, ein Genuß. Ein Gläschen Champagner, einen Bissen Lachs und ein Lächeln von der Stewardess. Mal im Ernst: Glauben Sie sowas? Denken Sie wirklich, man hat das Flugzeug erfunden, um dem modernen Menschen das Reisen angenehmer zu machen? Neal Page (Steve Martin) hat das auch gedacht, wollte von New York nach Chicago und mit seiner Familie zu Thanksgiving einen Truthahn essen. Als jedoch sein Platz in der ersten Klasse vergeben war und sein mehr als beleibter Sitznachbar (John Candy) in der Touristenklasse zur Begrüßung die Schuhe auszog, um sich die feuchten Füße zu massieren, da dämmerte auch ihm langsam, daß er sich nicht würde wundern müssen, wenn das Flugzeug zufällig wegen eines Schneesturms nicht landen könnte. Kaufn in Wichita, Kansas angekommen, war ihm auch klar, daß das noch v lange nicht das Ende sein würde. Leider verschleiert der fade“ deutsche Titel, was das Original gleich klarstellt: PLANES, TRAINS AND AUTOMOBILES ist ein Dokumentär- und Aufklärungsfilm. Die Abenteuer von Neal sind authentisch, die Vorkommnisse verbürgt. Flüge, Züge und Automobile, damit sind Tempo und Richtung vorgegeben: von einer Katastrophe in die nächste. John Hughes hat schon vorher wunderbar sentimentale Katastrophenfilme gedreht, über das Ende der Jugend: BREAKFAST CLUB oder PRETTY IN PINK. Und auch diesmal ist er seinem Genre treu geblieben. Denn es ist doch wirklich kindisch anzunehmen, als Erwachsener wäre das Leben schöner, weil man sich Erster Klasse Tickets leisten kann.

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