14. August 1995 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Wish You Were Here

Kultur: Wish You Were Here das neue Video von Rednex

Zum besseren Verständnis: Rednecks sind in Wirklichkeit jene goldigen Jungs aus den hintersten Winkeln Amerikas, die Leute wie dich und mich zum Frühstück verspeisen. Denn wenn es was gibt, was sie nicht leiden können, dann sind das Menschen, die anders sind: Raver, Hippies, Gymnasiasten. Also eigentlich alle, die keine Pickup-Trucks fahren, nicht mit Waffen herumfuchteln und nicht an den Vollsuff nach (und vor allem vor) Feierabend glauben. Rednecks sind Amerika, wo es am amerikanischsten und also am unerträglichsten ist. Und wenn sich eine Popgruppe so nennt (und obendrein mit x schreibt), dann meint sie das natürlich gar nicht so: Alles, was die Typen wollen, ist LUSTIG sein. Dabei ist ihr neuester Clip einer von der unlustigen Sorte: gegen den Krieg, aber für Lagerfeuer, gegen tote Soldaten, aber für traurige Witwen. Sprich: genau die Sorte Clip, die wir zum Frühstück verspeisen. Denn Bayern sind auch nichts anderes als deutsche Rednecks.

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