20. März 1995 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Say It Isn’t So

Kultur Spezial: Say It Isn't So das neue Video von The Bates

Selten, ganz selten, ist das Leben besser als der Clip. Darum dürfen wir heute ausnahmsweise aus der Pressemappe zitieren. Da sagt der eine also: „Spieltechnisch sind wir eigentlich eine ziemlich schlechte Band, naja, mittelmäßig.” Sagt der andere: „Aber wir spielen das spieltechnisch Schlechte sehr geil, und darum klingt das Ganze auch so gut.” Ja, das ist eben das Wunder der Popmusik: Noch der letzte Depp kann mit einer Klampfe gut klingen, wenn er nur geil spielt. Bei Mozart zum Beispiel ist das nicht so. Da klingt’s dann eben nicht so geil, wenn wir uns ans Klavier setzen. Ist ja auch egal. Die sogenannten Bates jedenfalls, deren Pate der Psychopath Norman Bates aus Hitchcocks PSYCHO sein soll, stehen im Kasseler Schloß (falls es da eins gibt) und sehen aus wie die Gewinner des David-Bowie-Lookalike-Contests 1977. Sie hören sich aber leider nicht so an, sondern eher wie die Beatles, naja, oder so. Cliptechnisch gehört das eher zum Schlechten, aber es klingt ganz gut.

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