25. August 1997 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Sacré Français

Kultur: Sacré Français das neue Video von Dimitri Fromparis

Wenn oben und unten an den Buchstaben Striche dran sind, die da nicht hingehören, dann handelt es sich – so haben wir das gelernt – um Französisch. Und wenn man das erst mal erkannt hat, ist das Übersetzen das reinste Kinderspiel. „Sacré Français” heißt also „Verflixter Franzmann!” Sonst noch Fragen? Der Clip ist from Dimitri von Paris, was ein hübscher Name ist, weil das klingt wie die Frisiersalons in Hollywood zwischen 1930 und 1960. Und der Clip sieht auch so aus wie die Zeichentrickfilme der frühen Sechziger, als man es nicht für nötig hielt, die Formen auszumalen, sondern einfach große, bunte Flächen draufgeknallt hat. Gibt in Kunsterziehung zwar eine glatte fünf, sieht aber ansonsten irre chic aus. Die Story ist auch direkt aus dem Leben gegriffen: Ein Mädchen landet in Paris, wo sich ihr sofort ein Franzmann an die Fersen heftet und sie fragt, was man Touristinnen in Paris eben so fragt: „Vous dansez, demoiselle?” Und das Mädchen antwortet, wie sie es gelernt hat: „Ich bin nicht die, für die sie mich halten.” Das beirrt den Mann aber nicht, und darum platzt ihr irgendwann die Geduld: „Sacré Français!” Wahrscheinlich meint sie es nicht so.

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