03. Februar 1997 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Betcha By Golly Wow

Kultur: Betcha By Golly Wow das neue Video von T.A.F.K.A.P.

Machen Sie sich schon mal frei, der Doktor empfängt Sie gleich. Das also ist die bittere Wahrheit hinter „Emancipation”: Der vormalig unter seinem Mädchennamen Prince bekannte Künstler hat das Mikrophon mit dem Stethoskop vertauscht und praktiziert nun unter dem Namen Dr. Prince. Er ist, das war nicht schwer zu erraten, Frauenarzt geworden und stellt sich seinen Patientinnen als Dr. Love vor. Die erste, deren Perücke hier rechts im Bild ist, hat er allerdings gleich geehelicht. Wenn das so weitergeht, wird er es als Arzt nicht weit bringen. Aber als Konzept ist diese Umschulung richtig überzeugend: Er hat die Arbeit für seine Plattenfirma nicht etwa verweigert, weil er sich wie ein Sklave vorkam, sondern weil er so beschäftigt mit seinem Medizin-Fernstudium war. Immer nur büffeln, das verdirbt noch dem lustigsten Prinzen die Laune. Aber es hat sich gelohnt: Wahrscheinlich spielt er am OP-Tisch wie auf der Bühne alle Instrumente selbst. Dr. Sauerbruch, übernehmen Sie!

Mit Schwund muß man übrigens rechnen: Letzte Woche war an dieser Stelle das Bild verschwunden, nächste Woche vielleicht der Text, dann der Redakteur und schließlich das ganze Heft und alle seine Leser. Einfach verschwunden. Das kann ja heiter werden.

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