09. Juni 1997 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Staring at the Sun

Kultur: Staring at the Sun das neue Video von U2

Wer zu lange in die Sonne starrt, wird doof. Millionen an der Adria und sonstwo beweisen das. Sie fahren blitzgescheit in den Süden und kommen strohdoof wieder zurück. Sonnenstich, Ozonloch, Hautkrebs, daß ich nicht lache. Das eigentliche Problem ist die komplette Verdummung des Sonnenbaders, denn die Sonne brennt – falls sich das nicht schon rumgesprochen haben sollte – Löcher ins Hirn. Das ist natürlich Scheiße, und deswegen setzt jeder Sonnenbrillen auf. Hilft aber nix, wie man an Bono sieht. Der trägt dauernd schwarze Gläser, damit man nicht sieht, daß seine Augen längst weggeschmort sind und den Blick auf die hohle Birne dahinter freigeben. Eigentlich gräßlich. Warum hat der Mann nicht längst einen Schwerbeschädigtenausweis, damit er als Kriegsblinder wenigstens kostenlos MVV fahren kann? Braucht er nicht, weil er Chauffeur und Privatflugzeug hat. Jetzt hat er mit seinen Mannen auch noch ein Video gemacht, in dem sie dauernd um die Sonne schwirren. Da glotzen sie so lange in den Feuerball, bis wirklich der letzte Rest grauer Zellen weggebrannt ist. Das kann ja heiter werden. Und der Musik kann es nur gut tun.

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