18. August 1997 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | It Must Be Love

Kultur: It Must Be Love das neue Video von Robin S.

Hier geht es zur Abwechslung mal um Dinge, die jedem am Herzen liegen: Jung und Alt, Reich und Arm, Dumm und Schön, Manta und Golf. Die Rede ist – das war ja wohl leicht zu erraten – vom Stau. Ich kenne einen, der brüllt, schon, wenn zwei Autos vor ihm an der Ampel stehen: Stau! Das meinen wir nicht, denn das nennt man Straßenverkehrsordnung. Was wir meinen, ist das, wenn du stehst und stehst und stehst, die Zigaretten alle sind, die Kinder brüllen und die Leute anfangen, auf der Kühlerhaube Spiegeleier zu braten. Stau eben. Und was fällt Robin S. dazu ein? Natürlich das, was jeder zuerst denkt: „It Must Be Love.” Es ist unklar, in welchen Staus Frau S. sich aufhält, denn wir denken allenfalls „It Must Be Hühnerscheiße.” Gefilmt ist der Clip allerdings wie Godards WEEKEND, in dem die Kamera eine Autoschlange entlangfährt und es Mord und Totschlag gibt. Das ist doch immer okay, wenn Leute ordentliche Vorbilder haben.

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