12. Februar 1996 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | I Wish

Kultur Spezial: I Wish das neue Video von Skee-Loo

Eine weiße Feder schwebt auf eine Parkbank herab, auf der ein Mann mit zu kurzen Hosen und einer Schachtel Pralinen sitzt. Kurze Frage zur Einstimmung: Woher kennen wir das? Richtig! Aus FORREST GUMP. Wer geantwortet hätte „Aus dem neuen Clip von Skee-Loo” hätte immerhin einen Trostpunkt bekommen. Warum Skee-Loo allerdings Tom Hanks nachäfft, erschließt sich auch nach mehrfacher Sichtung nicht. Sein Problem ist nämlich nicht, daß er zu doof ist, sondern daß er zu kurz ist. Deshalb singt er: „I wish I was a little bit taller, I wish I was a baller, I wish I had a girl who looks good so I could call her.” Das gibt Sympathiepunkte für den Reim am Schluß, aber sonst ist nicht viel geboten. Der Kurze sieht neidisch den langen Basketball-Spielern dabei zu, wie sie die Mädels abschleppen. Was traurig ist, aber an sich kein Grund, gleich einen Clip zu drehen. Und was lernen wir daraus? Ein Video-Clip ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man kriegt. Wer übrigens gehofft hatte, er bekäme eine Oasis-Karte, wenn er den Mann auf dem Bild vor zwei Wochen als Ringo Starr identifiziert hat, der muß leider enttäuscht werden – denn in Wirklichkeit handelt es sich um ein Photo meines Redakteurs aus glücklicheren Tagen. Sorry.

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