10. November 1997 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Barbie Girl

Kultur: Barbie Girl das Video von Aqua

Es gibt für Kinder ungefähr vier Möglichkeiten, die Welt zu begreifen. Wer versucht, hinter die komplexen Zusammenhänge zu kommen, indem er nur Vati und Mutti zuhört, braucht etwas länger und zahlt später hohe Rechnungen für den Psychiater. Wer vor der Glotze hockt, hat mehr Spaß, aber wenig Freunde. Wer Lego spielt, muß später Architekt werden – das ist auch traurig. Weil das alles nicht so toll ist, wurden die Barbie-Puppe und der dazugehörige Ken erfunden. Sind wie Vati und Mutti, sehen aber besser aus. Machen so viel Spaß wie Fernsehserien, lassen sich aber anfassen. Super also. Daß die Puppen für den unbefangenen Betrachter wie Sexspielzeug aussehen, stört die Kleinen nicht weiter. Und daß die Welt für die Barbie-Girls im besten Fall wie eine Folge von BAYWATCH und im schlechtesten wie ein Blondinen-Witz aussieht, offenbar auch nicht. Wenn es jetzt schon Clips dazu gibt, kann das ja nicht so schlimm sein.

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