26. Juni 2000 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Hate Me Now

Videotext: Nas feat. Puff Daddy / Hate Me Now

Regie: Bill McBride

Ums mal mit den Worten des Kaisers zu sagen: Ja, is denn heut scho Karfreitag? Oder samma jetzt in Oberammergau? Nö, weder noch. Wir sind in der großen Wurstfabrik der Clipkunst, wo alles verwurstet wird, was anderswo heilig ist. Hier also schleppt ein junger Schwarzer mit Dornenkrone ein großes Kreuz einen Berg hinauf, um dort gekreuzigt zu werden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist echt rein zufällig. Auf jeden Fall singt er dann, man solle ihn nun bitteschön hassen. Nichts leichter als das. Denn in einer anderen Szene steigt er im weißen Pelz und mit großem Brustgehänge aus seinem Rolls Royce und spaziert am Türsteher vorbei in einen Club, wo er den Affen macht. Der am Kreuz und der im Club – zwei echte Leidensgenossen. Sollte man mal im Religionsunterricht durchsprechen.

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