18. Oktober 1999 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Africa Shock

Videotext: Leftfield Bambaata / Africa Shocks

Regie: Chris Cunningham

Jawoll, das ist ein Arm, der da auf der Straße liegt. Nicht mehr im allerbesten Zustand, aber ein Arm. Ein Finger und der Daumen sind schon weggebrochen, und der Rest sieht auch nicht mehr gut aus. Was will das Bild uns sagen? Das Bild will uns sagen, was auch der Titel schon sagt: Afrika schockiert. So ist es, und trotzdem tut keiner was. Ein Mann läuft in Lumpen durch eine unwirtliche Stadt und keiner guckt hin. Wenn er aber angerempelt wird oder einen anrempelt, dann fällt bei ihm gleich ein ganzes Körperteil ab. Das ist als Einfall zwar nicht übermäßig originell, beunruhigend ist allerdings die Art, wie Clipregisseur Chris Cunningham die Sache bis zum bitteren Ende durchzieht, quasi ohne eine Miene zu verziehen. Das kann er wie kein anderer. In die schöne bunte Welt der Clipbilder körperliche Mutationen einbauen, dass einem Angst und Bange wird. Also: Lieber arm dran als Arm ab!

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