21. Juni 1999 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Whiskey In The Jar

Videotext: Metallica / Whiskey In The Jar

Regie: Jonas Akerlund

Wer diese Situation nicht kennt, war noch auf keiner richtigen Party. Wenn alle Warnungen der Eltern nichts geholfen haben und die Kloschüssel dein einziger Freund ist, dann kann man davon ausgehen, daß an diesem Abend irgendwas schiefgelaufen ist. Mancher wird dann aus Schaden klug, andere lernen es nie, wie man es anstellt, daß das Bier, das man in sich reinschüttet, auch wirklich drinnen bleibt. Andererseits ist das vielleicht auch gar nicht das Ziel, wenn eine Schweineband wie Metallica ein Schweinevideo wie dieses macht. Die Musik ist schon etwas älter: Sie stammt von Thin Lizzy und ist ein guter Soundtrack für jede Art von Party. In diesem Fall wollen wir mal hoffen, daß es sich nicht um die Wohnung irgendeiner armen Sau handelt, die den Kids sturmfreie Bude gegeben hat. Denn Ziel dieses, wie jedes guten Festes ist es, die Wohnung der Eltern auf eine Weise in Trümmer zu legen, daß hinterher eigentlich gleich die Abrißbirne kommen kann. Es fängt mit ein paar Sauereien in der Küche an, dann wird das Bettzeug im Schlafzimmer auseinandergenommen, und während sich in der Badewanne die ersten Bierleichen stapeln, wird das Wohnzimmer und Vatis Stereoanlage zerlegt. Das nächste Mal paßt man dann besser auf, wen man einlädt. Dann muß Metallica draußen bleiben.

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