30. Oktober 2000 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Warum werde ich nicht satt?

Videotext: Die Toten Hosen / Warum werde ich nicht satt?

Regie: Wim Wenders

Wer nichts fragt, der lernt auch nichts. So bringt man es den Kindern bei – und die toten Latzhosen haben damals gut aufgepasst. Gewisse Fragen müssen eben einfach gestellt werden: Warum fällt Butterbrot immer mit der bestrichenen Seite nach unten? Warum bringt der Storch die kleinen Kinder? Wo leben das Christkind, der Osterhase und Elvis Presley? Oder eben: Warum werde ich nicht satt? Dabei handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines anderen beliebten Songtitels, in dem behauptet wird, man könne keine Satisfaction kriegen. Warum eigentlich nicht? Man könnte auch fragen: Warum habe ich immer Durst? Und warum muss ich dann so viel Bier trinken? Aber was helfen all die Fragen, wenn es nie Antworten gibt? Campino lebt im Clip auf einem eigenen Fernsehturm mit Dachgarten. Die Frage muss also eigentlich lauten: Wo hat er den denn her? Sein Regisseur Wim Wenders hat früher einfach Konzerte abgefilmt, ohne die Kamera auch nur ein einziges Mal zu bewegen – das hat sich geändert. Warum das so ist, gehört zu den Fragen, die wir gar nicht erst stellen.

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