08. Mai 2000 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Pop Will Save The World

Videotext: Superformy / Pop Will Save The World

Regie: Daniel Klein

Wenn Videoclips gut sind, dann hat man Spaß beim Gucken. Wenn sie etwas besser sein wollen, dann erklären sie uns die Welt. Nun ist schon dem Spruch, dass Pop die Welt retten wird, eine gewisse allgemeine Gültigkeit nicht abzusprechen, aber der Clip macht sich aparterweise sogar die Mühe, sich seinen eigenen Reim auf diesen Glaubenssatz zu machen. POP ist in diesem Fall nämlich ein Zeugs in gelben Dosen, das beim Öffnen grün sprudelt und die ganze Welt in lauter Luftblasen verwandelt. Wer einmal davon gekostet hat, will immer mehr. Aber POP wird von hässlichen gelben Bösewichtern nur gegen Geld unter die Leute gebracht, und wenn die armseligen Figuren in dieser Steinwüste keine Kohle mehr haben, dann gibt es auch keine Dröhnung durch POP mehr. Das haben wir gern: erst behaupten, dass Pop die Welt retten werde, und dann zeigen, was Pop wirklich ist: eine Droge, mit der Kohle gemacht wird. Gut, dass es nur um POP geht – und nicht um Pop.

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