05. Juni 2001 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Let Love Be Your Energy

Videotext: Robbie Williams / Let Love Be Your Energy

Regie: Ollie Reed

Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass Robbie Williams einst Teil der Boygroup Take That war, nach Popzeitrechnung muss das knapp nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein. Verdammt lang her jedenfalls. So wie George Michael vor gut 500 Jahren die dümmere Hälfte von Wham! war und niemand ihm auch nur das Haargel geliehen hätte. Mittlerweile ist George fast schon ein Opa und Robbie beinahe ein erwachsener Mann. Was Robbie – oder seinen Manager oder seine Plattenfirma jedenfalls auszeichnet, ist eine gehörige Portion Selbstironie. In „Millennium“ hatte er sich noch auf James Bonds Spuren begeben, im Video zu „Rock DJ“ machte er sich als Stripper komplett zum Affen, in „Supreme“ eifert er dem ehemaligen Formel-1-Idol Jackie Stewart nach – und in „Let Love Be Your Energy“ ist er als Zeichentrickfigur mit gewaltig realistischen Augenbrauen und naturgetreuem Unterbiss unterwegs. So rennt er im Ganzkörpertrikot quasi von Level zu Level, immer auf der Jagd nach Frauen, die ihm stets im letzten Moment entwischen. Und wenn am Ende die Turteltäubchen zueinander finden, kommt ein Raubvogel und macht ihnen den Garaus. Typischer Robbie-Humor eben.

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