13. März 2000 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Go Let It Out

Videotext: Oasis / Go Let It Out

Regie: Nick Egan

Ja, sind wir denn in Berlin? Kann man denn nirgends mehr in öffentliche Verkehrsmittel steigen, ohne dass irgendein Penner zusteigt und ungefragt sein Liedchen trällert? Hasse mal ne Mark? Die Gallagher-Brüder haben ein neues Album veröffentlicht und müssen deswegen unschuldige, zahlende Fahrgäste belästigen – Skandal! Kann nicht die Plattenfirma ihnen ein paar Groschen in den Hut werfen? Mehr ist der Song bei aller Liebe auch nicht wert. Wenn es je eine überschätzte Band gab, dann Oasis. Halten sich für die Beatles, sind aber bestenfalls die Monkees. Das ist natürlich sehr traurig. Müssen Doppeldecker-Busse entern und Fahrgäste zudröhnen. Gibt es denn wirklich niemand, der ihnen eine warme Suppe hinstellt, damit sie nicht Leuten, die einer ehrlichen Arbeit nachgehen, auf die Nerven fallen? Nicht einmal einen Hamburger Redakteur, der sie leichte Hausarbeiten erledigen lässt. Dann dürfen sie auch im Keller üben.

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