25. Oktober 1999 | Süddeutsche Zeitung | Rezension, Videoclip-Kritik | Bailamos

Videotext: Enrique Iglesias / Bailamos

Regie: Paul Hunter

Der Sommer geht vorbei und nix mehr ist’s mit bailamos. Jetzt wir winterschlafiamos. Für Enrique gilt das natürlich nicht, weil so ein fröhliches Kerlchen gar keinen Winter kennt. Wo der ist, scheint immer die Sonne. Logo, das war bei seinem Vater so und ist bei ihm nicht anders. Die Frage ist natürlich auch vielmehr, wie das eigentlich ist, wenn man jeden Morgen aufwacht und am Frühstückstisch dem alten Karamelbonbon Julio begegnet. Die ganze lange Kindheit und Jugend lang jeden verdammten Morgen. Hartes Brot. Da wird man sicher schnell ganz bailamos im Kopf. Andererseits klingt die Musike des Vaters so, als würde einem dauernd jemand mit seinem feuchten Bleschel in der Ohrmuschel rumschlecken. Das kriegt Sohnemann noch nicht so ganz hin. Klingt eher so, als würde jemand versuchen, mit einem feuchten Lappen Hühner zu erschlagen. Bailamos.

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